Reisen nach Gansu

Die Provinz Gansu ist zwar eine der weniger entwickelten Regionen von China, hat jedoch eine bewegte Geschichte. Denn Gansu lag über viele Zeiträume an der Grenzregion des chinesischen Imperiums. Hier haben neben dem chinesischen Kaiserhaus auch Könige der Uiguren und Tibeter regiert und viele historische Relikte aus den unterschiedlichen Epochen sind erhalten.

Jiayuguan und die Große Mauer

Das historische Fort Jiayuguan in Gansu, China.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Gansu ist die Fort Jiayuguan, die am weitesten im Westen gelegene militärische Schutzanlage der Großen Mauer von China. Die erhaltenen Gebäude von Jiayuguan wurde in der frühen Ming-Dynastie um das Jahr 1372 errichtet. Heute ist Jiayuguan das wohl am besten erhaltene historische Fort in China und kann touristisch besichtigt werden.

Viele Geschichten ranken sich um Jiayuguan. Das Fort war eine wichtige Station der Seidenstraße in Richtung Westen und über lange Zeit der letzte Außenposten der (chinesischen) Zivilisation mitten im kargen Nirgendwo der Wüste. Der Bau von Jiayuguan soll daher so gut geplant gewesen sein, dass nach der Fertigstellung nur ein einziger Zigelstein ungenutzt übrig blieg. Dieser liegt bis heute auf einem der Tore des Forts.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Gansu

Die chinesische Mauer nahe des Forts Jiayuguan in Gansu.Im Süden von Gansu liegt das tibetisch-buddhistische Labrang-Tashikyil-Kloster. Als ehemalige Grenzregion des chinesischen Imperiums war Gansu zeitweise auch Teil des Tibetischen Imperiums, und bis heute leben tibetische Volksgruppen in einige Gebieten von Gansu. Das Labrang-Tashikyil-Kloster wurde um das Jahr 1710 errichtet und ist eines der sechs großen Klöster des Gelukpa-Buddhismus Tibets.

Die chinesische Mauer verläuft teilweise durch die Provinz Gansu und kann besichtigt werden. Jedoch ist die Chinesische Mauer in Gansu oft weit weniger beeindruckend als die anderen erhaltenen und touristisch zugänglichen Abschnitte, wie zum Beispiel die chinesische Mauer nahe Peking.

Die Grotten von Mogao sind eine weitläufige buddhistische Tempelanlage aus dem 5. Jahrhundert. Zu dieser Zeit soll ein buddhistischer Mönch an dieser Stelle eine Vision gehabt haben und damit begonnen haben, eine Höhle in den sandigen Berg zu hauen. Im Laufe der Jahre entstanden so ursprünglich rund eintausend Höhlen, bis der Berg keinen Platz mehr bot für weitere heilige Stätten. In den heute erhaltenen 492 Höhlen befinden sich jeweils Statuen des Buddha sowie weitere religiöse und historische Artefakte.

Eine weitere in die sandigen Berge gehauene Tempelanlage ist der Bingling-Tempel. Auch hierbei handelt es sich um menschengemachte Höhlen, in denen buddhistische Tempel untergebracht sind. Die Höhlen des Bingling-Tempels liegen entlang einer Schlucht des Gelben Flusses in Gansu. Eine rund 27 Meter hohe Buddha-Statue ist einer der Höhepunkte der reich verzierten Höhlenwelt.

Fotos: Public Domain

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